D. Weixler
R. Jox

Liebe Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen!

Zu unserem 3. Fachtag Ethik in mit dem Titel „Medizinethik aktuell: Wie weit reicht die Selbstbestimmung?" laden wir Sie herzlich nach Wien ein! Nach zwei erfolgreichen Fachtagen freuen wir uns auch dieses Mal wieder auf zahlreiche Teilnehmer. Die Veranstaltung richtet sich insbesondere an alle Fachkräfte im Gesundheitswesen. Es ist an der Zeit, kontroverse Entwicklungen im Gesundheitswesen ethisch zu reflektieren und verantwortungsbewusst zu erörtern. Dies wollen wir fördern, denn Ethik geht jeden von uns an!

Beim 3. Fachtag Ethik konzentrieren wir uns auf drei aktuelle, brisante Themen:

„Sterbefasten“: Durch freiwilligen Verzicht auf Nahrung und Flüssigkeit aus dem Leben scheiden?
Wunsch, das eigene Leben nach ernstlichem und freiem Entschluss zu beenden, ist ein Anliegen, das in zunehmender Häufigkeit an die Gesundheitsberufe herangetragen wird. Doch wie kann man darüber sprechen, wie sieht ein solches Sterben aus, handelt es sich um einen Suizid?  Wie ist es ethisch und rechtlich einzuschätzen, wenn Angehörige, Pflegende und Ärzte den Menschen beim „Sterbefasten“ helfen? Handelt es sich um eine ethisch einwandfreie Alternative zur Suizidhilfe?

Entscheidungshilfen: Neue Lösungen für Menschen mit kognitiven Einschränkungen?

1.7.2018 tritt in Österreich das Erwachsenenschutzgesetz in Kraft – gleichzeitig definiert der Gesetzgeber das Ende der Sachwalterschaft. Das Gesetz soll die Autonomie der Person stärken, auch wenn sie von kognitiven Beschränkungen betroffen ist. Vergleichbare gesetzliche Bemühungen gaben es in den letzten Jahren in der Schweiz und Deutschland. In diesem Zusammenhang wird zur Zeit viel über konkrete Entscheidungshilfen diskutiert, auch über das sogenannte Advance Care Planning (Vorsorgedialog, Behandlung im Voraus planen). Die nationalen Programme im deutschsprachigen Raum zeigen Unterschiede und Gemeinsamkeiten – was können wir voneinander lernen?

Zwangsbehandlung in Psychiatrie und Langzeitpflege: Unter welchen Bedingungen ethisch zulässig?
Anwendung von Zwang und Freiheitseinschränkungen waren in der Psychiatrie über Jahrhunderte übliche Praxis. Nach den Psychiatriereformen und radikalen gesetzlichen Änderungen sind freiheitsbeschränkende Maßnahmen heute einer strengen rechtlichen Kontrolle unterzogen. Kommt es nun im Zuge von Optimierungsmaßnahmen und Personalmissständen in Pflege und Medizin zu neuen Konflikten und Spannungen? Wann und unter welchen Bedingungen darf eine aufgeklärte, moderne Psychiatrie heute noch Zwang einsetzen?

Als Vortragende wurden international herausragende Vertreterinnen und Vertreter vielfältiger Berufsgruppen aus Deutschland, der Schweiz und Österreich eingeladen. Sie werden Hintergrundinformationen liefern, Probleme analysieren, Argumente bewerten und Lösungsstrategien aufzeigen. In der reichlich eingeplanten Diskussionszeit laden wir Sie ein, Ihre eigenen Überlegungen vorzutragen und mit den Experten gemeinsam zu reflektieren. Angeregt und mit neuem Wissen ausgestattet, kann es dann leichter gelingen, den ethischen Herausforderungen des beruflichen Alltags zu begegnen und uns wechselseitig im verantwortungsvollem Handeln zu stärken.

OA Dr. Dietmar Weixler, MSc
Vorsitzender der AG Ethik der österreichischen Palliativgesellschaft

Prof. Dr. Dr. Ralf J. Jox
Medizinische Fakultät Institut für Ethik, Geschichte und Theorie der Medizin
Ludwig-Maximilians-Universität München


Wissenschaftliche Leitung